Rigo Dittmann, Bad Alchemy magazine (Germany):
Bio/Cría Cuervos/The Beautiful Schizophonic - Symptom of Thisease

Den Auftakt dieser Split-CD macht Samuel Jerónimo, der zuletzt mit Redra Ändra Endre De Fase pulsminimalistische Playerpianomusik geboten hatte. Bei `The distant image of the abstract light` setzt er eine rotierende und stampfende Dröhnmaschine in Gang, die im Sekundentakt die Welt in Wurstscheiben säbelt. Nach 12 Minuten legt ein zartes Gitarrenmotiv einen Schalter um. Auf Schübe von flatternden Drum`n`Bass- und dunkel pochenden Ritualbeats folgen flirrende Windspielklänge und barocke Pianoläufe, die langsam abbremsen, permanent umrauscht von einem hellen Sirren und umtickt von einem asthmatischen Wecker. `Forêt, forêt, des yeux fourmillent`, der Beitrag von Eugenio Maggi aka Cria Cuervos aus Mantua, entfaltet eine Klanglandschaft aus granularem Gerinnsel und wimmelndem Mikrogewusel zu Füßen und ächzenden und rauschenden Wipfeln darüber. Die grollen und schwanken unter dem Druck des Windes so dunkel und ominös und das Unterholz wispert dazu so espenlaubig, dass sich das Unbehagen zu alten Finsterwaldängsten verdichtet. Auf dieses plastische Bild lässt Jorge Mantas aka The Beautiful Schizophonic dann seine dreiteilige Dröhnung folgen: `Her heart is a room full of drones` - `Soul scanner` - `Girl in ecstatic peace`. Dass das Herz, dieser einsame Jäger, auch ein dröhnender Abgrund ist, hier wird es hörbar, brodelnd und dumpf, ein schwarzer Klumpen, in dem sich eine Seele nur schwer aufspüren lässt. Im Mittelstück wird das Gedröhn immer brausender, bevor es umbricht in Stille, den kaum hörbaren Puls eines Außer-Sich-Seins, mehr Ahnung als Erfahrung und gegen Ende hin ein ungutes Knarren und Rumoren. Mantas `Girl` kommt mir nicht sehr geheuer vor.




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